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Auch die Überschusswärme nutzen
Biogasanlagen können einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit beim Ausbau einer alternativen, dezentralen Energieversorgung liefern. Allerdings sollten dabei die Rahmenbedingungen stimmen.
Herr Wucher stellt richtig fest „Unser Ziel sind viele kleine Anlagen, die auf jedem Bauernhof Übermengen aufnehmen können“ Durch die regionale Energieerzeugung mit kurzen Wegen bleiben die Energiekosten, im regionalen Wirtschaftskreislauf.
In den Gärresten, dem Überbleibsel des Vergasungsprozesses, sind die Nährstoffe enthalten, die vorher durch das Pflanzenwachstum dem Boden entzogen wurden Biogasanlagen sind daher Bestandteil einer vergleichsweise umweltverträglichen Kreislaufwirtschaft.
Auch früher wurde ein Teil der Fläche für den Anbau von Energiepflanzen als Futter für die Zugtiere verwendet. Solange bei uns Überschüsse in der Landwirtschaft erzeugt werden, welche zum Teil hoch subventioniert Kleinbauern in Entwicklungsländern in den Ruin treiben, sehe ich keine Gefahr, für die Lebensmittelversorgung in unserem Land.
Ein großes Manko haben jedoch die meisten Biogasanlagen: Ein großer Teil der erneuerbaren Energie Biogas wird vernichtet, nur ein Teil wird für die Stromerzeugung genutzt, die entstehende Wärme wird meist nicht effektiv genutzt, was den ökonomischen und ökologischen Nutzen stark schmälert.
Jeder Betreiber einer Biogasanlage sollte eine möglichst durchgehende und vollständige Nutzung der Überschusswärme anstreben. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten (Gewächshäuser, Trocknungsanlagen für Hackschnitzel, Kühlanlagen). Es gibt auch schon gute Beispiele, wie das Nahwärmenetz des Bioenergiedorfes Mauenheim bei Immendingen. Das ist sicher nicht immer einfach, da die Anlagen oft auch an einem ungeeigneten Standort gebaut wurden.
Meines Erachtens sollten in Zukunft nur noch solche Anlagen gefördert werden, welche eine umfassende Nutzung der Abwärme sicherstellen.
Jörg Länge, Blaubeuren