Kreisverband Ulm/Alb-Donau

Stellungnahme der ödp zu den neuen Ladenöffnungszeiten

Ulm, den 02.03.2007. Nachdem der Landtag das neue Ladenschlussgesetz verabschiedet hat, sieht die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) die Bürgerinnen und Bürger am Zug. „Nun gilt es, vor Ort Bündnisse zu bilden, die massiv dafür eintreten, dass der Ladenschluss in den Grenzen bleibt, die im Moment noch gültig sind“, so Landesvorsitzender Bernd Richter. Es gelte zu einer Rückbesinnung auf die Werte von Gemeinschaft und Familie zu finden und auch das bürgerschaftliche Engagement zu stärken, das eben diesen zeitlichen Freiraum für seine Aktivitäten braucht. „Ohne die Arbeit der Freiwilligen hätte unsere Gesellschaft keine Überlebenschance“. Ohne die Arbeit der Vereine, die unbezahlte Betreuung alter und kranker Menschen, die Arbeit der Umweltschutzorganisationen vor Ort und den karitativen Bereich helfe der ganze konjunkturelle Aufschwung
nicht.

Die kirchenpolitische Sprecherin der ödp und 2. Kirchengemeinderatsvorsitzende Verena Föttinger: „Wir bedauern, dass die Kirchen nicht früher entschieden aktiv geworden sind, um den Sonntagsschutz weiter zu gewährleisten und die familien- und mittelstandsfeindliche Ausweitung der Ladenöffnungszeiten zu verhindern. Jetzt haben wir ein Gesetz, wie der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart leider erst im Nachhinein erklärte, das den Schutz des Sonntags faktisch aushöhlt.“ Wir bräuchten dringend eine Entschleunigung in der Gesellschaft, damit die körperliche und psychische Belastung im Alltag nicht ins Unerträgliche steigt, wie die Baptistengemeinden im Südwesten in einer Stellungnahme erklärt haben. „Wir brauchen jetzt die Basis vor Ort,“ so Föttinger, die aktiv wird und Selbstverpflichtungen unterzeichnet, dass sie nur in den zur Stunde geltenden Zeiten in ihrer Stadt einkauft. Das würde den Einzelhandel dazu veranlassen, seine Öffnungszeiten zu belassen, denn leere Geschäfte werden früher oder später zu ihrer Reduzierung führen. Dabei könnten die Kirchen vor Ort eine Vorreiterrolle spielen.“

Marc Groß, Ulm