Kreisverband Ulm/Alb-Donau

Tempolimit

15.11.2009. Als der Gründer der ödp Herbert Gruhl vor mehr als 30 Jahren in seinem Buch „Ein Planet wird geplündert" vor der hemmungslosen Ausbeutung der Energie- und Rohstoffvorräte unserer begrenzten Erde warnte, wurde er als Schwarzmaler verspottet.

Inzwischen sind die Gefahren des ungebremsten Energieverbrauchs allgemein bekannt:

  • die nicht mehr zu leugnende Klimaveränderung,
  • langfristig steigende Energiepreise für die schwindenden Vorräte an Öl, Gas und Uran,
  • unsichere Bezugsquellen, da die meisten Energievorräte in sehr instabilen Weltgegenden wie Russland oder Naher Osten liegen.

Doch ein wirkliches Umdenken und entsprechendes Handeln findet bei unseren Politikern nicht statt. Meist geht es nur um die Sicherung des Nachschubs von Öl und Gas als um Vorfahrt für erneuerbare Energien und effizientere Energietechniken und eine neue energiesparende Verkehrspolitik. Was meist ganz vergessen wird, ist die Energiequelle „Energiesparen". Doch das bedarf einer Bewusstseinsänderung und eines veränderten Lebensstils.

Als Beispiel soll die Forderung des vor kurzem zurückgetretenen Umweltbundesamts-präsidenten Troge dienen mit seiner Forderung nach einem Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen, was nach einer Studie seines Amtes zu einer deutlichen Senkung des Kraftstoffverbrauchs und des entsprechenden CO2-Ausstoßes um 10 bis 30 % führen würde - der Kraftstoffverbrauch steigt bei zunehmender Geschwindigkeit überproportional. Obwohl praktisch in allen europäischen Ländern entsprechende Tempolimits bestehen, gibt es nur negative Reaktionen auf diesen Vorschlag zum Energiesparen, der sofort umgesetzt werden könnte. Längerfristig würde ein Tempolimit auch rasch zur Entwicklung optimierter, energiesparender Autos führen, die nicht mehr für Geschwindigkeiten von 200 km/h und mehr ausgelegt sind.

Nicht einmal die Grünen, die ja zur Zeit dabei sind, die Ökologie wieder ernster zu nehmen, kommen aus der Deckung und unterstützen eine entsprechende Forderung.

Anscheinend ist es in Deutschland nicht möglich, den Menschen diese bescheidene Einschränkung zuzumuten, die ja eigentlich ein Gewinn wäre, wenn man nur an die entspanntere Fahrweise und die Verminderung des Unfallrisikos denkt.

Zum Glück kann jeder diese Maßnahme auch ohne gesetzliche Vorgabe umsetzen und so seinen persönlichen Beitrag zum Energiesparen leisten.

Die ödp fordert in ihrem verkehrspolitischen Programm als einzige Partei ein Tempolimit von 80 km/h auf Landstraßen und 120 km/h auf Autobahnen.

Jörg Länge, Blaubeuren